10. - 11.08.2004:  GP-Vienna; int.Bahnmeeting im Wr. Dusika Stadion

                                         In letzter Minute!

Ich bin ein Typ, der vor Großereignissen eine moralische Bestätigung benötigt. Am besten bei Straßenrennen od. diverse Rennen auf Straßenbelag. Denn bin ich auf der Straße stark, bin ich´s international auf der Bahn auch!
Geplant war eigentlich, sich die Bestätigung beim Sport Städte Kriterium Giro vergangene Woche zu holen, doch gerade dort fiel meine Formkurve bis ins Bodenlose. Und das Ganze 3 Wo. vor den Olymp.Spielen, dass war nicht gerade für meine Moral fördernd! Doch nun sieht die Welt wieder ganz anders aus.
Beim sehr gut besetzten GP-Vienna, wo zahlreiche Weltklassefahrer, Weltmeisterschaftsmedaillengewinner, Weltrekordler, Weltcupsieger sowie Olympioniken aus den Ländern der Tschech.Rep., Slowakei, Ukraine, Ungarn und Belgien am Start waren, holte ich mir die Bestätigung für Olympia. Wenn nicht auf der Straße, dann eben auf der Bahn! Zugegeben, diese Konkurrenz war noch kein Maßstab für die Spiele, aber zu mind. eine sehr gute Richtlinie!

Am Ersten der beiden Veranstaltungstage standen für uns Elitefahrer ein Ausscheidungsrennen sowie ein Punkterennen am Programm, wobei mein Hauptaugenmerk mehr beim Ausscheidungsrennen lag. Mit sehr guten Beinen und einer cleveren Fahrt gelang es mir diesen Bewerb vor M.Liska(SLK), F.Stocher(NÖ-Versicherung), V.Jakovlev(UKR) und J.Zabka(SLK) zu gewinnen.

Beim 30km Punkterennen hielt ich mich absichtlich etwas zurück, um etwas Körner für den 2.Tag des GP-Viennas, wo für mich noch wichtige Bewerbe am Programm standen, zu sparen. Außerdem warteten in dieser Woche auch noch 2 Kriterien u. 1 Straßenrennen auf mich.
Das Punkterennen war ein einziges rein und raus. Sehr schwer bis überhaupt nicht, konnte man als Fahrer bei der großen Anzahl von Fluchtgruppen und Rundengewinne die Übersicht im Rennen behalten. Selbst die Kampfrichter hatten trotz elektronischer Chipregistrierung am Rad allergrößte Mühe das Renngeschehen korrekt im Auge zu behalten.
Herausragender Fahrer war schlussendlich der Ukrainer W.Zagorodni, der mit einem Gesamtscore von 104 Pkt. vor Ex-Punkteweltmeister F.Stocher(88 Pkt.), M.Blaha,CZE(88 Pkt.) De Ketele,BEL(87 Pkt), W.Rybin,UKR(84 Pkt.) und dem Elkfahrer M.Lexmüller(83 Pkt.) gewann. Dabei überrundeten Sie das Hauptfeld mehr als 4x !

Am 2.Tag des GP-Viennas, stand ein Scratchrennen und das 40km Madison am Programm. Für mich wichtig an diesem Tag war das Madison, doch als ich beim Scratchrennen die richtige Post erwischte(7 Mann fuhren 1 Plusrunde) und Siegeschancen schnupperte, kam bei mir natürlich der Ehrgeiz auf.
Beim überholen der 4 vor mir fahrenden Ukrainer in der letzten Runde, waren allerdings mehr meine Steuerkünste als meine Schnelligkeit gefragt. Nachdem ich mit einem anfahrenden Ukrainer, der zum selben Zeitpunkt wegschwenkte als ich von hinten angebraust kam, kollidierte und dabei mit einem Fuß aus dem Pedal rutschte, war das Rennen für mich mehr als erledigt. Nachdem 2 Ukrainer nach Zielrichterentscheid(es darf in der Spurtrunde, nach der 200m Marke, nicht mehr geschwenkt werden) disqualifiziert wurden, beendete ich das Rennen auf Rang 5.
Sieger wurde M.Blaha(CZE) vor De Ketele(BEL), Barkoczi(HUN), P.Lazar(CZE) und mir.

Es war ein gutes Zeichen, dass Franz und ich nach dreimonatiger Rennpause sofort den Rhythmus und das Rundengefühl für unseren Olympiabewerb fanden.
Mit 2 gewonnenen Wertungen gingen wir auch gleich in Führung, was sich später auch als Goldwert erwies, denn in einer schnellen Phase, wo mir ein grober Fehler passierte und nicht mit Schleudergriff ablösen konnte, mussten wir einige Runden hinter der Spitze nachfahren und auch zwangshalber eine Wertung auslassen.
Nachdem wir, aufgrund einer kleinen Uneinigkeit in der Spitze, wieder haben aufschließen können, entwickelte sich ein heißer Dreikampf zwischen den Slowaken, den Belgiern und uns, wobei die Ukrainer immer wieder mit gefährlichen Vorstößen dazwischen funkten. Die Entscheidung über den Ausgang des Rennens brachte aber erst die allerletzte Wertung. Mit einem hauchdünnen Vorsprung vor den Slowaken gewannen wir den letzten Spurt und konnten somit Zabka/Liska(SLK), De Ketele/Schets(BEL), Rybin/Yakovlev(UKR) und Blaha/Lazar(CZE) auf die Ehrenplätze verweisen.

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