Gastkommentar Marokko-Trainingslager von Robert Oberleuthner: 
Ich erlebte meine Jugend- und Juniorenjahre recht erfolgreich beim RCA Tyrolia um wie so viele meiner damaligen Radsportfreunde im Alter von 17-18 der beruflichen Entwicklung den Vorzug zu geben. Still habe ich in der Zwischenzeit so manche Erfolge von einstigen Klubkollegen oder ehemaligen Konkurrenten mitgefeiert und mich für sie gefreut.
Nach einer über zehnjähriger Abwesenheit vom österreichischen Radsport haben sich einige Merkmale der Wohlstandsgesellschaft an meinem Körper bemerkbar gemacht, keine Spur mehr von der damaligen Kondition. Die Teilnahme beim Trainingslager in Marokko sollte hauptsächlich ein markanter Beginn zu einem gesünderen und sportlicherem Alltag werden, um nicht schon nach kurzer Zeit dem bequemen Alltagstrott zu verfallen und wie bisher weiterzumachen. Roland stimmte meinem Vorschlag, nach zwölf Jahren wieder nach Marokko mitzufahren, sofort zu – die Reise war schnell gebucht.
Die Trainingsbedingungen waren wie schon damals optimal.
Trockenes und sonniges Wetter und eine reiche Auswahl an Straßen mit unterschiedlichem Höhenprofil. Der Straßenverkehr hat in der Zwischenzeit zwar etwas zugenommen, eine Tatsache die man allerdings gerne in Kauf nimmt, wenn man bei Schneefall und –7°C in den Flieger steigt.
Schon die erste Trainingsausfahrt zeigte, dass ich als untrainierter „Ehemaliger“ zwar im Feld (~10 Fahrer) mitrollen konnte, vom Tempomachen jedoch noch weit entfernt war. Da mein Ziel ja Konditionsaufbau im G1 Bereich (Grundlagenausdauer) war, zog ich zunächst die Gruppe der „Altspatzen“ vor, um mich einzurollen und später einige Solokilometer in meinem Pulsbereich anzuhängen.
Das All-inclusive Hotel stellte uns ein eigenes Zimmer für die Räder zur Verfügung - beim reichhaltigen Buffet konnte jeder zwischen gesunder eiweißreicher Fisch-, Gemüsekost bis hin zur kulinarischen Kalorienbombe wählen. Das Abendprogramm nutzen wir nur selten, da die anstrengenden Trainingsfahrten uns oft frühzeitig ins Bett „brachten“.
Nach der halben Zeit und einem Ruhetag mit Massage, fühlte ich mich fit genug mit den „Echten“ mitzufahren.
Roland koordinierte mit mir die Trainingsrouten jeden Tag ab, damit ich mich nach den ersten zwei Stunden, mit den „Ehemaligen“, seiner Gruppe anschließen konnte.
In zehn Tagen strampelte ich auf diese Weise 1000 Kilometer runter und konnte zum Schluss sogar bei längeren Etappen um die 170 km schon recht gut mithalten.
Vielen Dank an alle Teilnehmer, vor allem für die Erinnerung an zahlreiche bereits vergessene Weisheiten, Tipps und Tricks.
Hoffentlich auf ein baldiges Wiedersehen im sonnigen Marokko.
Robert