Rennbericht-Archiv
spapiestany.sk
4.10.2008: Heurigen GP in Klein Engersdorf; 80 km
....so meine ersten Worte nach dem Rennen!
Es war ein schönes, vor allem aber ein befreiendes Gefühl(in Zukunft nicht mehr sportlich unter Druck zu stehen), als ich das letzte Mal die Start/Ziellinie überquerte während mir viele Zuseher und Fans am Streckenrand Beifall spendeten.
Doch davor gab es noch einige Runden Schmerzen auszuhalten, da meine Form nicht mehr ausreichend genug war, um irgend wann einmal in einer Entscheidung eingreifen zu können.
Eigentlich rechnete ich stark mich etwa nur 5 Runden(von 50) im Feld halten zu können. Doch das Nichtreagieren des Feldes auf eine harmlos erscheinende Attacke einer sechsköpfigen Spitzengruppe zu Beginn des Rennens, ließen mich einige Runden mehr im Hauptpulk verweilen. In dieser Zeit hätte ich ja gerne ..., konnte aber während dieser Runden keine Akzente setzen.
Unter den Ausreißern waren Gerhard Trampusch, Thomas Rohregger(beide Elk Haus Simplon),
Michi Knopf(KTM-Junkers), Werner Faltheiner(Sava), Christian Isak(Wels Gourmetfein), sowie der Tscheche Martin Hacecky vom Team Dukla Praha.
Nach Halbzeit der Distanz gelang es diesen Fahrern auch das Hauptfeld zu überrunden, wobei die taktischen Spielchen, sowie Attacken der in Führung liegenden Teams, von vorne begannen und das Tempo im Pulk unrhythmisch werden lies.
Drei Mal riss ich schon vom Feld ab und konnte wieder ran fahren, bevor ich kraftlos nach etwa 2/3 der Renndistanz endgültig den Anschluss zum letzten Fahrer verlor, ein letztes Mal die Zielpassage durch fuhr, mich vom Publikum vom aktiven Renngeschehen verabschiedete und seitlich weg schwenkte.
Das Feld blieb schließlich bis zum Ziel zusammen, auch, nachdem 10 Runden vor Ende Thomas Rohregger mit einer kraftvollen Attacke eine Vorentscheidung suchte und 2 Runden lang auf mehr hoffen durfte.
Den Zielsprint des gesamten Feldes sicherte sich zwar Elk-Seriensieger Peter Pichler, der damit Rang 7. belegte, doch unter den im Feld fahrenden 6 Führenden hatte am Ende der Tscheche Martin Hacecky die Nase vorne, der vor Trampusch, Isak, Rohregger, Knopf und Faltheiner siegte.
.) Nach 23 lizenzierten Saisonen,
(1986 - 94 Team RCA Tyrolia, 95-04 Elk-Haus, 05-08 Sonnenhaus, IVP, spapiestany.sk)
.) 2001 Starts, ~ 495.000 absolvierten Kilometer,
.) insgesamt 107 gewonnenen Meisterschaftsmedaillen:
5 Saisonen Nachwuchs: 26 (17x Gold, 8x Silber, 1x Bronze)
18 Saisonen Elite: 81 (32x Gold, 28x Silber, 21x Bronze),
möchte ich mich bei allen Freunden und Verwandten, Fans, (Ex-)Team- und Trainingskollegen bedanken, die mich in all diesen Jahren begleitet und ebenso Anteil an meinen Erfolgen hatten,
mich geformt und zum Teil zu dem gemacht haben was und wie ich jetzt bin.
Ebenso gilt ein großer Dank allen Sponsoren, die mich in diesen Jahren unterstützten und mich weiterhin mit meinen Zielen im Verein unterstützen werden.
Den größten Dank aber gilt einer Person, der ich fast Alles zu verdanken habe, mich zum Radfahren geführt(mich aber nie dazu gezwungen hat!), mich in guten, wie auch in schlechten Zeiten, trotz seinen zahlreichen schweren Erkrankungen und Verletzungen in den vergangenen Jahren, von der 1. bis zur letzten Minute an mich geglaubt, unterstützt und mich Vieles im Leben gelehrt hat -
mein Vater Walter Garber. DANKE für Alles!
In meiner sportlichen Laufbahn hatte ich auch die Gelegenheit das ganze Spektrum von Ruhm, Siegen bis Niederlagen mehrmals durchmachen zu dürfen, wovon ich Vieles gelernt und für meine Zukunft nutzen werde.
Viele fragten mich in den vergangenen Wochen wie es nun mit mir weiter ginge. Nun ja! Wie ihr vielleicht schon gelesen oder mitbekommen habt, habe ich mich seit Juli mit meiner Großhandelsfirma "Pedalus" selbstständig gemacht, wo ich neben meinem Job als Klubobmann und sportl. Leiter meines Teams spapiestany.sk, als Vertreter für Schweizer handgefertigte Genetix-Räder auf Maß, sowie LEO-Radkomponenten agieren werde. Natürlich wünsche ich mir auch irgend wann einmal eine Familie, die auch erst einmal gefunden werden muss.
Es gab in meiner Karriere viele schöne, aber auch einige weniger schöne Momente, auf die ich aber jetzt nicht im Detail eingehen möchte. Zum Großteil überwogen aber schon die schönen Momente, an die ich mich immer wieder gerne zurück erinnere, wie z.B. mein Vizeweltmeistertitel, den Gesamt-Weltcupsieg, den tollen 5.Platz bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000, Zahlreiche Siege auf der Brünner, wie auch auf der Prager Radrennbahn(6-Day-Siege, 5x Sieger des Märischen Helms, od. 7x Sieger von 500+1 Rd.), die Staatsmeisterschaften, der Stundenrekord, sowie auch viele andere nat. wie auch int. Erfolge, wie z.B. meine Weltcupsiege und Platzierungen.
Ich bin durch den Radsport viel in der Welt herum gekommen und habe Vieles gesehen, für das ich auch sehr dankbar bin. Hätte ich aber jedoch die Möglichkeit als junger Bursch nochmals eine Sportart auszusuchen, dann auf keinem Fall mehr den Radsport!
Warum? Ich war in meiner Jugendzeit auch kein schlechter Tennisspieler, sodass ich, um mehr Geld zu verdienen, es erst einmal damit versuchen würde!
Der beste Vergleich ist aber der Fußballspieler, wo das Verhältnis Zeitaufwand und Geldverdienst zu keiner Realition zu uns Radsportler steht!
Zum Abschluss meines Berichtes möchte ich noch etwas den jungen Radrennfahrern mit auf dem Weg geben, die gerade dabei sind sich zu finden, od. besser gesagt, sich in diesem Sport zu orientieren.
Schaut euch um einen Trainer um der auch etwas von Radsport versteht! Viele Möchtegern-Personen(darunter leider auch zahlreiche Elternteile, od. Personen von anderen Sportarten) haben oft nicht die notwendige Erfahrung euch richtig zu trainieren, zu führen und für die Elitekategorie vorzubereiten.
Aus Erfahrung weiß ich, dass für viele Nachwuchsfahrer Österr. Meisterschaften sehr wichtig und das größte Ziel im Jahr darstellen, doch noch viel wichtiger als in den U13 bis Juniorenkategorien erfolgreich zu sein ist, in der Elitekategorie Erfolge zu haben!
.) Fangt nicht zu früh mit intensiven Einheiten an und macht auch dem entsprechend genügend Pausen,
.) hört nur auf 1 Trainer(viele Köche verderben nämlich den Brei!),
.) sagt ihm ständig die Wahrheit, da er sonst von falschen Tatsachen ausgeht und euch darauf hin
falsche Trainingsmethoden aufschreibt.
.)
hört in euren Körper rein, lernt die Signale eures Körpers richtig zu deuten und zu agieren,
.) haltet oft und regelmäßig Kontakt zu eurem Trainer und gebt ihm alle Infos die ihr über euren
momentanen körperl. Zustand habt, wie auch vom Training!
.) probiert in eurer sportl. Laufbahn einige verschiedene Trainingsmethoden aus um euer optimales
Training zu finden.
.) Perfektioniert das was ihr am Besten könnt,
.) vernachlässigt aber auch nicht eure Schwächen zu trainieren!
.) steckt euch keine all zu großen od. unrealistischen Ziele, sondern welche die ihr durch Fleiß und in
wenigen Wochen erreichen könnt(Step by Step)!
.) ernährt euch ausgewogen und vitaminreich,
.) und nutzt die Zeit die ihr am Rad verbringt, um richtig und konsequent zu trainieren(habt ihr keine
Lust, dann macht lieber 1 od. 2 Tage trainingsfrei, als alibimäßig sich aufs Rad zu schwingen und
nur mit 50% zu fahren, nur um euer Gewissen zu beruhigen! - Ihr werdet sehen, dass ihr danach
wieder Lust zum trainieren verspüren werdet)
Da ich immer ein offenes Ohr für den Nachwuchs habe, stehe ich euch in Zukunft für Fragen gerne zur Verfügung. Und jeder der Lust hat bei mir im Verein Radfahren zu lernen ist herzlich willkommen.
Somit bleibt mir am Ende nichts mehr anderes zu sagen als, liebe Leute, es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut!
PS: Selbstverständlich werde ich in Zukunft hier auf meiner Page weiter von meinen Jungs im Verein und deren Tätigkeiten bei den Rennen, sowie Erfolgen berichten, sodass ich mich jetzt schon freue euch weiterhin auf meiner Seite begrüßen zu dürfen. Und bleibt neugierig!
.................................................................................................................................................
1. - 2.10.2008: Österr. Bahn-Staatsmeisterschaften
1.10: Keirin;
Dieser Bewerb war von meiner Seite aus der Unberechenbarste, zu gleich aber auch die größte Chance noch einen Titel zu holen, da hier mit etwas Glück Überraschungen möglich sind!
Mit einem gewonnenen Vorlauf konnte ich mich direkt für das Finale qualifizieren, wo ich auf Knezevic, Selzer(beide(Luftikuss Cycling Team), Redl, Platonov(Burkert Druck) und Knopf(KTM-Junkers) traf.
Größter Favoriten und Titelverteidiger in dieser Disziplin war natürlich
Clemens Selzer, der mit seinem Teamkollegen Knezevic einen Doppelsieg anstrebte. Mir gelang es bei der Glocke das Hinterrad von Selzer zu erwischen und hinter ihm abermals Silber zu holen. Rang 3 ging an Patrick Knezevic, der Knopf, Redl und Platonov hinter sich lassen konnte.
Ergebnisse:
2.10: 1000m Zeitfahren;
Bei meinem allerletzten Bahn-Rennkilometer durfte ich als Startfahrer die erste Zeitmarke setzen, die
am Ende nur noch von 4 Fahrern unterboten wurde.
Mir war klar, dass mir hier meine Routine nicht mehr helfen konnte, sondern nur mehr einzig das Stehvermögen zählte, wovon ich leider nicht mehr viel besaß! Mit einer Zeit von 1:09,50 Min. belegte ich hinter Kurzdistanzspezialist Clemens Selzer, der sich mit einer persönlichen Bestzeit von 1:04,92 Min. für die Bahn-EM kommende Woche in Alkmaar(HOL) qualifizierte und seinen insgesamt 9. Staatsmeistertitel abholte, Michael Singer 1:07,33 Min., Michi Knopf 1:08,18 Min(beide KTM Junkers), und Max Schnetzinger 1:08,85 Min., Rang 5.
Eine auf jeden Fall für mich, ohne Form und Zeitfahrrad, Aerohelm, Scheibenräder und einem kurz vor dem Start ausgeborgten und für mich viel zu kurzen Zeitfahrlenker, sehr zufriedenstellende Zeit!
Besten Dank trotzdem an Kathi Lang für das Ausborgen ihres Lenkers!!!
Ergebnisse:
Generell durfte ich mit meinem Abschneiden bei den Bahn-Staatsmeisterschaften mehr als zufrieden sein, hatte ich mir ja anfangs überhaupt keine Medaillenchancen erhofft!
Nach der Siegerehrung gab es noch eine kleine Überraschung. Seitens des Radsportverbandes wurde
ich auf´s Treppchen gebeten und mit einer Magnum
Sektflasche(die mit einer sehr liebevollen "Willie"-Etikette bestückt war) und einem kl. Ricoh-Geschenk amtlich als Bahnrenner verabschiedet worden, wofür ich mich recht herzlich bedanken möchte. Ebenso auch bei allen Fans und Besuchern die in den letzten Jahren zu den Bahnrennen gekommen waren und Applaus spendeten.
Besten Dank auch an Andi und Heinrich Gelosky, sowie Michael Trinkl für die tollen Bilder.
Auf der Straße werde ich beim Heurigen GP in Kleinengersdorf, am 4.10., meine absolut allerletzten Rennkilometer ziehen, auch wenn´s wahrscheinlich nicht mehr ganz bis zum Ziel reichen wird!
zurück zu Juli.-Sept.
.....................................................................................
Rennbericht-Archiv