19.12.2006: Weihnachtspreis im Ferry Dusika Stadion (Bahn- Saisonausklang)
Das allerletzte Bahnrennen der Saison wurde traditionsgemäß wieder mit dem Weihnachtspreis im Ferry Dusika Stadion beendet. Neben der sportlichen Betätigung, war dies auch wieder jener Zeitpunkt, um die besten Bahnfahrer der jeweiligen Kategorien, sowie den besten Nachwuchsverein des
heurigen Jahres zu ehren. Sehr zu meiner Freude als Klubobmann, konnte Lukas Gelosky(7-facher Österr. Bahnmeister) diesen Titel in der U17 Kat. überlegen für sich verbuchen.
Herzlichste Gratulation! ![]()
Heuer, zum Unterschied der vergangenen Jahre, wo der Nachwuchs stets die Möglichkeit hatte gemeinsam mit einem erfahreneren Rennfahrer ein Madisonrennen zu bestreiten, gab es dieses Mal, für jede Kategorie, nur ein Omniumbewerb.
Aufgrund
der hohen Teilnehmeranzahl in der Elitekategorie(zahlreiche ausländische Fahrer aus der Tschech. Rep. sowie der Slowakei waren gekommen), entschied sich das Schiedsgericht das Feld zu teilen und jeweils 2 Vorläufe/Qualifikationsläufe, in Form von 2 kl. Bewerben(40 Rd. Punktef. und 40 Rd. Scratch) abzuhalten, um die besten 24 Athleten für das Finale, einem Ausscheidungsrennen, zu bestimmen.
Obwohl ich vom Sonntag noch das Weltcuprennen in den Beinen, Montags einen über achtstündigen Reisetag hatte, am Dienstag Vormittag auch noch einen
Ergometer-Test absolvierte, fühlten sich meine Beine sehr gut an. Ich war sehr beweglich und hatte Druck am Pedal, sodass es für mich keine Schwierigkeit darstellte ins Finale zu fahren. Mit dabei auch meine beiden Kollegen Patrick Knezevic(19. Pl.) und Junior Patrick Gelosky(21. Pl.), die sich jedoch nicht lange halten konnten und schon recht früh ausschieden.
Ich konnte bis zum Schluss durchhalten und mich am Ende
auch erfolgreich gegen eine tschech. Überzahl durchsetzen und vor Denis Spicka(Dukla Brno) und Vojtech Hacecky(Dukla Praha) gewinnen. Zweitbester Österreicher wurde Mario Lexmüller(Swiag Teka) auf Rang 4.
Nun heißt es sehnsüchtig auf den 2. Jänner warten, wo ich, wie jedes Jahr, mit einer großen Trainingsgruppe ein zweiwöchiges Straßen-Trainingslager im warmen Süden(Marokko) absolvieren werde. Danach im Anschluss geht's gleich weiter zum Bahn-Weltcuprennen in Los Angeles(19. - 21.01.07), wo ich gemeinsam mit Partner Andreas Graf, mit einem weiteren Top-10 Platz im Madisonbewerb, das WM-Ticket lösen möchte!
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15. - 17.12.2006: Bahn-Weltcuprennen in Moskau(RUS)
Moskau war nach meiner 2-jährigen Weltcuppause Balsam für meine Seele! Es tat einfach gut viele bekannte Freunde wieder getroffen, wie auch Weltcup-Rennluft geschnuppert zu haben.
Beim ersten, vom österr. Radsportverband entsandten Weltcupeinsatz, kämpften gleich 4 Fahrer(Soeder, Graf, Lexmüller, Garber) um die begehrten und wichtigen WC-Punkte.
Den Anfang machte Mario Lexmüller im 15 km langen Scratchbewerb.
Aufgrund der langen Bahn waren keine Qualifikationsläufe notwendig, sodass alle Teilnehmer gleich das Finale bestreiten durften.
Mario hielt sich zu Beginn des Rennens etwas zurück, um etwas später mit genügend Energiereserven die richtige Gelegenheit für einen Vorstoß zu nutzen. Natürlich musste er beim Jolly Jocker-Rennen, so wie ich ein Scratchrennen aufgrund des hohen Prozentsatzes an Glück die man hierfür benötigt, um die richtige Post zu erwischen, immer nenne, ein wenig pokern, da er mit dem selben Schicksal haderte, wie wir alle Männer im Team, nämlich noch nicht in Hochform zu sein!
5 Fahrern gelang es vor Halbdistanz das gesamte Feld zu überrunden und bis zum Schluss auch zusammen zu halten. Lexmüller konnte sich zwar für den Endspurt eine hervorragende Position sichern, Sie aber leider bis ins Ziel nicht halten. Platz 20!
Sieger wurde der Russe I.Kovalev, vor M.Docker(AUS) und M.Blaha(CZE).
Christiane Soeder, die in der 3000m Einzelverfolgung
startete, hatte bei ihrem Bahn-WC-Debut noch mit dem Einen od. anderen fahrtechnischen Problemchen zu kämpfen, wie z.B. die Startrunde od. das Steuern mit einer Vorderradscheibe, was ihr meiner Meinung nach rund 1,5 - 2 Sek. an Zeit kostete.
Trotz diesem Handicaps fuhr Christiane mit einer Zeit von 3:48,415 Min. auf den sehr zufriedenstellenden 10. Rang, wobei sie dabei nur knapp, genau um 15/100 Sek., den österr. Rekord verpasste. Den Sieg holte sich W.Houvenhagel(GBR) 3:39,443 Min., vor R.Romero(GBR) 3:40,029 Min. und L.Kleinmann(GER) 3:44,712 Min..
Im 40km Punkterennen gab es vom Ergebnis her eine klare Niederlage - Platz 26, von 34 im Finale gestarteten Teilnehmern! Ich weiß, dass bei Rennen, speziell bei Großereignissen, nur das Resultat zählt. Ebenso ist auch mir bewusst, dass es im Sport auch kein wenn und hätte gibt! Möchte aber hier für alle Leser und Kritiker betonen, dass Graf´s Abschneiden keinesfalls seine Leistung
wiederspiegelte!
Andi bemühte sich sehr! OK, er war wie schon oben von mir erwähnt noch nicht in Topform, fuhr aber ein beherztes Rennen. Mehr als 3x befand sich der Niederösterreicher
während des Rennens in einer Spitzengruppe. Sein Pech war nur, dass seine Fluchtgruppen stets zu groß waren, Uneinigkeit aufkam und wieder vom Feld eingeholt wurde.
Hier ging der Sieg eindrucksvoll an den Olympiasieger und Weltcup-Führenden M.Ignatiev(RUS) der sich vor V.Kiryienka(BLR) und O.Polivoda(RUS) durchsetzte.
Im Madisonbewerb ging ich mit gemischten Gefühlen in den Bewerb. Zu Einem wollte ich mit Leistung und mit einem guten Resultat zeigen, dass meine Einberufung ins Team gerechtfertigt war. Auf der anderen Seite jedoch stand unsere (noch) nicht ausreichende Form, Andis Laktat-Überbleibsel vom Punkterennen, und ein (noch) nicht 100%ig technisch eingespieltes Team!
Da ich der Meinung war, dass ich mich im Feld, durch meine Routine, etwas besser durchsetzen konnte als Graf, einigten wir uns im Vorfeld, dass es mehr Sinn machte würde, wenn ich Andi die Positionen für die Wertungssprints bringen und er finishen würde.
Als Andi und ich unseren Vorlauf überstanden und sich damit für das eineinhalb Stunden spätere Finale qualifizierten, fiel mir wahrlich ein sehr großer Stein vom Herzen.
Vor dieser Hürde hatte ich wahrlich am meisten Angst, da ich mir den Einzug ins Finale als Mindestanforderung stellte! Bei nur 3 Wertungen war dies wahrlich auch kein Zucker schlecken, wie man beim Scheitern von Ex-Vizeeuropameister Zabka/Liska(SLK) beobachten konnte!
Im Finale, das mit unglaublichen 56,36 km/h(offiziell das schnellste Weltcuprennen) gefahren wurde, konnten wir leider nur 2 Pünktchen holen. Leider deswegen, da uns durch Rennpech eventuell eine bessere Platzierung verwehrt blieb.
Durch einen Rundengewinn der Holländer(PL.1)eineinhalb Runden vor einer Wertung, auf die sich leider Andi und ich konzentriert hatten(denn immer war es ja uns nicht möglich mit zu spurten!) und wir auch in aussichtsreicher Position lagen, wurde uns im Feld eine Runde abgezogen. Dies hatte zur Folge, dass unsere Ablöse nicht mehr rechtzeitig zu stande kam, mir die Wertung zu lange wurde und wir nun in einer falschen Rundenanzahl ablösten!
Als wir diesen Fehler wieder korrigiert hatten, konzentrierten wir uns schließlich auf die letzte Wertung, wo wir noch einen, aber einen sehr wichtigen Punkt holen konnten.
Mit Platz 9 durften wir sich aber wahrlich nicht beschweren. Wie ich meine, ein gelungener Einstand, dass Hoffnung für die Zukunft geben sollte!
Rang 2 ging an das russische Paar Shmidt/Ponomarev vor Morkov/Rasmussen(DEN).
Nächster Weltcupeinsatz: Los Angeles(19. - 21.01.07), wo es uns möglich sein müsste unseren 9. Platz zu toppen!
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5. - 6.12.2006:
Österr. Bahn-Omnium-Staatsmeisterschaft
Wer mich kennt der weiß, dass ich Rennen nachträglich gerne zerlege, analysiere und auch gelegentlich Kritik ausübe. Jedoch nicht um jemanden beleidigen od. schlecht machen zu wollen, nein, viel mehr um jenen Personen Tips u. Gedankenanstöße für die Zukunft mit zu geben!
So wie es aber heuer aussah, dürfte die junge Generation, rund um Andreas Graf(RadUnion NÖ) u. Co., aus und seit dem vergangenen Jahr, nicht viel dazu gelernt zu haben!
Einen taktischen Fehler zu begehen, das kann schon Mal passieren! Den selben Fehler bei der selben Veranstaltung(nur 1 Jahr später) abermals zu wiederholen zeigt, entweder ein mangelndes Interesse der gesamten Mannschaft an einem Sieg, mangelnde Interesse sich im Radsport weiter entwickeln zu wollen, od. an mangelnder Intelligenz!
Wie auch immer? Die (jungen)Burschen hatten es mir heuer sehr leicht gemacht, obwohl ich der Meinung bin, dass es bei der heurigen Omnium-Staatsmeisterschaft, mit einer von ihnen richtig gewählten Renntaktik, sehr spannend geworden wäre, da ich mich selbst zu diesem Zeitpunkt nicht in hervorragender Form befand!
Natürlich spielte auch das Glück eine gewaltige Rolle, speziell am 1. Tag, wo ich meinen härtesten Konkurrenten auf diesen Titel, A.Graf, schon wertvolle Punkte abnehmen konnte.
Nachdem ich mit einer kleinen Unterstützung von meinen Teamkollegen, Patrick Gelosky(Kat. JUN)
und Patrick Knezevic, die ersten beiden
Bewerbe(Scratch u. Punktefahren) für mich entscheiden konnte, konnte ich am 2. Renntag mit beruhigenden Vorsprung an die letzten beiden Bewerbe, dem Ausscheidungsfahren u. der 3000m Einzelverfolgung, ran gehen.
Als ich auch das Ausscheidungsfahren gewann, stand der Meistertitel eigentlich schon fest. Ich brauchte nur noch die 3000m locker durch zu fahren und im Ziel ankommen! Doch das wollte und konnte ich dem Publikum gegenüber nicht bringen. Außerdem interessierte es mich selbst, wo ich mit meiner momentanen Form stand. Naja, und mit ev. allen 4 Bewerben den Titel zu holen, das wäre ja auch nicht schlecht, sagte ich mir. Doch trotz aller Bemühungen gelang mir dieser Streich nicht.
Andreas Graf(43 Pkt), der sich nach seinem verpatzten Scratchrennen(Pl. 7), von Bewerb zu Bewerb, in der Gesamtwertung immer weiter nach vor arbeitete und vor der Einzelverfolgung vom 4. Platz startete, konnte sich mit einer sensationellen Laufbestzeit(3:29,38 Min.) den letzten Bewerb sichern und sich somit noch auf den 2.Gesamtrang schieben. Mit über 5 Sekunden Vorsprung deklassierte mich der
RadUnion NÖ Fahrer auf Rang 2, was allerdings ausreichend war, um mir meinen 31. Titel(57 Pkt.) abzuholen.
Rang 3 und somit die Bronzemedaille ging an Georg Tazreiter(RadUnion NÖ) 37 Pkt., der ein bravouröses Rennen fuhr. Ebenfalls bravourös und mit viel Herz und Kampfgeist fahrend, APOSport Krone Linz Fahrer Stefan Patzl(35 Pkt.), der Rang 4 vor dem Elk-Haus Straßenprofi Jochen Summer(30 Pkt.) und Clemens Selzer(Festina Cycling Team) 29 Pkt., belegte.
Während P.Gelosky krankheitsbedingt am letzten Tag nicht mehr an den Start ging und damit aus der Wertung fiel, kam leider P.Knezevic über Rang 13 nicht hinaus.
Für mich etwas enttäuschend die Leistung von Mario Lexmüller(Swiag Teka) 24 Pkt., der "nur" Platz 8 belegte, nächstes Wochenende aber ein Weltcuprennen in Moskau(15. - 17.12.) bestreitet!
Überaus erfreulich aber die Leistung von U17 Sonnenhaus Fahrer Lukas Gelosky(60 Pkt.), der alle 4 Bewerbe souverän gewann und somit heuer alle 7 Bahn-Meistertitel(Sprint, 500m Zf., Scratch,
Punktef., Verfolgung, Keirin u. Omnium) für sich entscheiden konnte. Herzliche Gratulation! ![]()
Silber und Bronze in der Omniummeisterschaft der Kat. U17 belegten Patrick Zlomek(Union RRT Pielachtal) 43 Pkt., u. Lawrence Grün(RC Burkert Druck) 37 Pkt..
Am 17.12. bestreite ich nach über einer 2jähriger Weltcupabstinenz meine Rückkehr im Weltcupzirkus, wo ich mit dem Österr. Bahn-Nationalteam nach Moskau fliege, um im Madisonbewerb mit Partner A.Graf, teil zu nehmen! Angestrebtes Ziel: Ein Platz unter den Top 10!
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19.11. - 2.12.2006: Kuraufenthalt Piestany,SLK + 2 Tufo-Cup Rennen am 23. u. 30.11.
Schon seit Jahren ist in Sache Regeneration Piestany ein fixer Bestandteil meiner Saisonplanung.
Heuer war allerdings von Erholung nicht viel zu spüren!
Natürlich lies ich es mir die ersten 4 Tage nach meiner Rückkehr vom Trainingslager(Mallorca) erstmal gut gehen. Danach jedoch war gezwungener Maßen Schluss mit Relaxing, da ich mich ab diesem Zeitpunkt wieder auf mein Fahrrad schmeißen und trainieren musste.
"Ausgelaugt" und müde von den Behandlungen und dem warmen Thermalwasser, war dies bei Gott keine angenehme Tätigkeit. Ich hatte die ganze Woche über das Gefühl, als ob ich all meine Form verloren hätte. Ganz zu Schweigen von meinem/einem runden Tritt!
Da ich so kurz vor meinem Weltcupeinsatz war, bestand ich unbedingt beim 2. und 3. Tufo-Cup-Bahnrennen in Wien teil zu nehmen, um zu sehen, wie es mir so rollte. Naja, beim 1. Tufo-Cup-Rennen am 23.11. lief es nicht so prima. Mit extrem schweren Beinen kämpfte ich mich durch den Abend und konnte meinen Klubkollegen, Petr Lechner, einige Male unterstützen.
Beim 2.
Tufo-Cup-Rennen am 30.11. lief es dann schon um Eckhäuser besser. Wesentlich spritziger und mit viel mehr Power fuhr ich an diesem Abend
meine Runden, was auf einen guten Formaufbau in Richtung Moskau hindeutete. Lechner, 45 Pkt., konnte sich gegen eine starke tschech. Falanks erfolgreich durchsetzen und den Gesamt-Tufo-Cup vor dem Tschechen Tomas Kuchar(Dukla Brno) 39 Pkt., Stefan Patzl(APO Sport)39 Pkt., Jakub Kratochvila(Dukla Brno) 38 Pkt. und Jan Dostal(Dukla Brno) 36 Pkt. gewinnen. Ich beendete das Rennen auf dem Gesamt 7. Rang.
Am 5. und 6.12. finden die Bahn-Omnium-Staatsmeisterschaften im Wiener Ferry Dusika Stadion statt(Beginn jeweils um 18.00h), die ich als Vorbereitung für meinen Weltcupeinsatz in Moskau fahre. Partner wird der U23 Fahrer Andreas Graf sein.
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3. - 17.11.2006: Trainingslager Mallorca
Die ersten Trainingskilometer nach meiner Saisonpause wurden von mir auf Mallorca abgespult.
Abgereist bei Schneesturm und nur +2°C(Flughafen), empfing mich die balearische Insel-Hauptstadt, Palma de Mallorca, mit angenehmen 22°C.
Ausgenommen von einem Tag, durfte ich meinen zweiwöchigen Aufenthalt, die ich bei einer sehr netten Familie verbrachte(hierfür herzl. Dank für die Unterbringung und der leckeren Verköstigung), bei optimalem Radlerwetter(meist wolkenlos bei 22 - 24°C) absolvieren.
Da ich alleine unterwegs war, konnte ich mich optimal nach meinen vorgegebenen Pulswerten richten, was mir zu einem perfekten Aufbau verhalf.
Trainiert wurde zu 95% Grundlagenausdauer, dass mir als Basis für das anstehende Bahn-Weltcuprennen in Moskau(15. - 17.12.) dienen soll.
Um mich vollständig von den Strapazen der vergangenen Tage zu erholen,
genehmige ich mir zuvor noch einen zweiwöchigen Kuraufenthalt in Piestany(SLK).
Die beiden Bahnbewerbe am 23. u. 30.11. werden allerdings dazwischen schon von mir bestritten!
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19.10.2006:
Österr. Bahn-Staatsmeisterschaften (4000m EV)
Obwohl ich den letzten Tag der Bahn-Meisterschaften mit einer Bronzemedaille abgeschlossen habe, erlebte ich einer meiner schlimmsten Tage. Ich würde nicht sagen, dass ich ein Burn out-Syndrom hatte, auf jeden Fall hatte ich von Beginn an keine Lust mehr zum Radfahren! Abgesehen von der Tatsache, dass ich auch muskulär schon ziemlich angeschlagen war, war der Spaß an der Freud, wie auch mein Killerinstinkt, einfach nicht mehr vorhanden!
Schon etwas angeschlagen von den Belastungen der letzten beiden Wettkampftage, speziell vom gestrigen 1000m Zeitfahren, konnte ich im Vorlauf, mit einer nicht gerade rühmenden Zeit von 4:44,39 Min., mich für das kleine Finale qualifizieren, wo ich auf meinen Vorjahresgegner Wolfgang Kotzmann(Cycle Circle) traf.
Es war hart sich nochmals für einen Lauf zu motivieren und sich gewissenhaft aufzuwärmen. Da ich Kotzmann im Vorlauf schlug, wusste ich, dass ich ihn auch im Kampf um die Bronzemedaille besiegen konnte. Die Zeit war mir völlig egal. Jeder wusste, dass dies nur noch ein taktischer Lauf werden würde.
Wolfgang startete etwas schneller
als ich, sodass er bis zum 1. Kilometer die Führung inne hatte. Ab dieser Marke allerdings, konnte ich mit etwas schnelleren Rundenzeiten die Führung an mich reißen, dabei einen Vorsprung kontinuierlich ausbauen und der Bronzemedaille entgegen fahren.
Im großen Finale standen sich
Vorlaufsieger Rene Haselbacher(Gerolsteiner) 4:38,43 Min., der nach 10 Jahren erstmals wieder Bahnluft schnupperte, und RadUnion NÖ Fahrer Andreas Graf gegenüber.
Graf startete explosiv und setzte sich mich mit über 3,5 Sek. Vorsprung an die Spitze. Haselbacher bewahrte dabei die Nerven, lies sich von
seinem Kontrahenten nicht beirren und startete kurz vor der Halbdistanz die Aufholjagd. Binnen weniger Runden konnte der Burgenländer seinen Rückstand wetmachen, davon ziehen und sich mit über 8 Sek. Vorsprung den Staatsmeistertitel sichern. Seine Siegerzeit im Finale betrug 4:39,52 Min..
Die Plätze 5 u. 6 gingen an Riebenbauer Werner(Volksbank - Bild li.) 4:46,80 Sek. und Michael Knopf(Sava) 4:50,31 Min. Sonnenhaus-Fahrer Patrick Knezevic belegte mit einer Zeit von 5:07,15 Min. den 11. Rang.
Sensationell aber die Siegesserie
von U17 Sonnenhaus-Fahrer Lukas Gelosky, der mit seinem Finalsieg in der 2000m Verfolgung(2:26,83 Min.), vor Haller Marko(RLM Kostel´s Grafenstein) + 3,69 Sek., eine 100%ige Ausbäute vollzog und alle 6 Meistertitel gewinnen konnte. Eine Bilanz,
die natürlich nicht nur den Obmann stolz auf ihn machen lässt, sondern auch sehr viel Freude.
Herzliche Grutulation!
Rang 3 ging an Hallers Teamkollegen Jan Sokol, 3:96,32 Min..
Etwas weniger Glück hatte wieder einmal Lukas Bruder, Patrick Gelosky, der aufgrund zu geringen Teilnehmeranzahl in der Juniorenkategorie(1 Teilnehmer zu wenig), um einen weiteren Nachwuchstitel um kam.
Die Junioren bestritten die 3000m Einzelverfolgung als herkömmliches Rennen, wobei sich Patrick knapp mit einer 3:36er Min. Zeit in einem packenden Duell gegen seinen schärfsten Rivalen, Michael Singer(Burkert Druck Pottendorf), durchsetzen konnte.
Besonders gefreut hat mich als Trainer und Obmann die Tatsache, dass mein kleines bescheidenes Team, im 1. Rennjahr, das Erfolgreichste der Österr. Bahnmeisterschaften war, was mit Sicherheit auch unseren Sponsoren freuen wird.
Auch wenn das Wettkampfjahr noch nicht ganz zu Ende ist(es stehen einige kleinere Bahnrennen(23. u. 30.11), die Österr. Bahn-Omnium-Staatsmeisterschaften(5. - 6.12.), wie auch noch ein Weltcuprennen in Moskau(15. - 17.12.) aus), eine kurze radfreie Auszeit sei mir jetzt vergönnt!
Interviews mit Staatsmeister Rene Haselbacher und Doppel-Titelträger Clemens Selzer:
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18.10.2006:
Österr. Bahn-Staatsmeisterschaften (1000m ZF)
Wer einen Tag zuvor bei den Sprint-Staatsmeisterschaften dabei war der weiß, dass nun auch der frisch gebackene Sprint-Titelträger, Clemens Selzer, aufgrund seiner beeindruckenden Form, zu den Mitfavoriten auf die 1000m zählt.
Ich wusste, dass der heutige Sieg nur durch Clemens
führen würde. Die frage stellte sich nur, hat er das Stehvermögen am Ende od. geht er ein? Dies war eigentlich meine ganze Hoffnung, um ihn überhaupt schlagen zu können, da mir bewusst war, dass mir Clemens aufgrund seiner Stärke, auf den ersten 2-3 Runden, viel Zeit abnehmen würde. Doch Clemens lies mir, im wahrsten Sinne des Wortes, keine Zeit zum hoffen!!! (Bild re.: Aufnahme nicht vom 1000m ZF)!
Mit den Junioren gemeinsam(es waren wieder nur 5 Teilnehmer am Start - daher keine eigenen Meisterschaften für Sie) waren 21 Athleten zur muskulär übersäuerungshöchsten Disziplin angetreten.
Eine Disziplin, die etwa mit der 400m Sprintstrecke in der Leichtathletik zu vergleichen ist und demnach zu den schwersten Distanzen im Radsport zählt. Eine Gradwanderung zwischen Einteilung(falls es das überhaupt gibt!) und Stehvermögen.
Paarweise wurden wir diesmal, samt Startmaschinen, auf die knapp über 1 Minute dauernde Strecke geschickt, wodurch sich der Eine od. andere Fahrer auch etwas an seinem unmittelbaren Gegner orientieren konnte. Ich "leider" auch!
Gemeinsam mit Selzer am Start, lies ich mich in der 2 Runde etwas zu sehr von seinem schon über 2 Sekunden großen Vorsprung beeinflussen, sodass ich zu früh mit meinen Endspurt begann. Ich hatte auf der letzten 3/4 Runde nichts mehr zuzusetzen und ging ein. Clemens konnte ich zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd
gefährden. Zu überlegen war er an diesem Abend mit einer tollen 1:06,134 Min. Zeit, was auch seine pers. Bestmarke bedeutete, uns Allen gegenüber! Dafür höchster Respekt von meiner Seite und Gratulation auch an seinen Trainer, Sascha Cirnfuß!
Volksbank-Fahrer Werner Riebenbauer(1:08,151 Min.)
überzeugte bis zum Schluss mit soliden Rundenzeiten, wofür er mit der Silbermedaille belohnt wurde.
Mein früher Antritt blieb nicht ohne Konsequenzen. Mit über 3/10tel Sekunden Rückstand auf Riebenbauer, fuhr ich mit einer 1:08,460 Min. Zeit, als Dritter in der Meisterschaft, über die Linie. Bester Junior wurde Michael Singer(Burkert Druck Pottendorf) mit einer Zeit von 1:09,588 Min., als Vierter.
Die beiden
Sonnenhaus-Fahrer Patrick Knezevic,1:11,026 Min. und Patrick Gelosky(JUN) 1:12,106 Min., belegten die Ränge 11 und 13.
Viel Freude bereitete mir wieder mein U17 Fahrer, "Goldhamster" Lukas Gelosky, der sich wieder
einmal mit einer sehr starken Leistung in seinen beiden Rennen erfolgreich durchsetzen und 2 Goldmedaillen einheimsen konnte.
Der Sonnenhaus-Fahrer gewann das 500m Zeitfahren mit einer Zeit von 36,465 Sek., vor Jan Sokol(RLM Kostel´s Grafenstein) + 0:507 Sek. und Marko Haller(RLM Kostel´s Grafenstein) +0:744 Sek., bzw. das Scratchrennen vor Jan Sokol(RLM Kostel´s Grafenstein) und Patrick Zlomek(RRT Pielachtal). Herzliche Gratulation! 
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17.10.2006:
Österr. Bahn-Staatsmeisterschaften (Sprint)
Am 1. Tag der zweiten Meisterschaftswoche standen in jeder Kategorie die Sprintbewerbe an.
Sprint - Die kürzerste Bahn-Renndistanz, die nicht nur durch Schnelligkeit, sondern auch durch Renntaktik gewonnen wird!
In Österreich haben wir leider keinen einzigen reinen Sprintspezialisten(der letzte war Christian Meidlinger), was einerseits zwar schade ist, andererseit aber, durch die Ausgeglichenheit der Fahrer, für die Zuseher ein recht interessanter und spannender Abend versprach.
Titelverteidiger, Wolfgang Kotzmann(Cycle Circle), verzichtete auf einen Start im Sprintbewerb. Sein Augenmerk gilt heuer der 4000m Einzelverfolgung(am 19.10.)!
Aufgrund der geringen Starteranzahl(Fünf !!!) in der Kat. Junioren, durften nach Rennleiterentscheid, die Nachwuchsfahrer bei der Elite-Staatsmeisterschaft teilnehmen und an den Start gehen.
Die 4 zeitschnellsten Fahrer der 200m Qualifikation trafen einander im Halbfinale, etwas später dann im kleinen und großen Finale. Dabei fiel ein junger Fahrer mit einer bemerkenswerten Zeit auf, die bei Vielen zunächst mit Erstaunen, aber zugleich auch mit kopfnickender Geste und herabgezogenen Mundwinkeln, akzeptiert wurde. Die Rede ist vom 21-jährigen Clemens Selzer(Festina Cycling), der nach seiner schweren Krankheit, vor gut eineinhalb Jahren, den Weg ganz nach oben zur nationalen Spitze fand.
Clemens schockte uns förmlich mit seiner
Quali-Zeit von 10:98 Sek., die um ganze 4/10tel Sekunden schneller war, als die meinige als Zweitplatzierter. Ich wusste, dass ich noch Einiges mit meiner Erfahrung im direkten Duell, Mann gegen Mann, gegen ihn wettmachen konnte, doch 4 Zehntel waren schon sehr viel! 3. und 4. in der Quali wurden noch Georg Tazreiter(RadUnion NÖ) und Michi Knopf(Sava).
Im Halbfinale trafen der Zeiterste mit dem Vierten, bzw. der Zweite mit dem Dritten zusammen, die Selzer, bzw. Garber für sich entscheiden konnten.
Im kleinen Finale, um die Plätze 3 u. 4, konnte sich Michi Knopf(orange-grünes Trikot),
der im 1. Lauf gegen Tazreiter, von der Rennleitung wegen Nichteinhaltens der Fahrlinie, im schon eröffneten Sprint, distanziert wurde, erst in der 3. und alles entscheidenden Begegnung durchsetzen und somit die Bronzemedaille gewinnen.
Im Finale merkte ich, dass Clemens sehr von seiner Stärke überzeugt war(na no na, bei 4 Zehntel :-)), da er sofort nach dem Start, mit sehr zügigem Tempo die Führung übernahm und durchzog.
Im 1. Lauf lies ich etwas zuwenig Abstand zu ihm, sodass ich den Fliegerabstand, samt seiner Sogwirkung, nicht richtig ausnutzen konnte. Es war ein sehr knapper Einlauf. Knapper als ich es mir noch nach der Qualifikation denken hätte können.
Der 2. Lauf lief im selben Schema ab. Nur, dass ich diesmal einen etwas zu großen Abstand hielt und lange benötigte, um überhaupt an´s Hinterrad zu gelangen. Obwohl mir Clemens dann auch noch durch einen taktischen
Fehler(siehe Bild re.) die Möglichkeit bot innen durch zu fahren, was auch regulär gewesen wäre(hätte ich es getan), um damit ev. einen Entscheidungslauf zu erzwing, konnte der junge aufstrebende Wiener auch diesen Lauf gewinnen und verdienter Maßen seinen ersten Staatsmeistertitel feiern. Herzliche Gratulation!
Sonnenhaus-Fahrer Patrick Gelosky(Kat. Junioren), belegte bei seinen ersten Sprint-Staatsmeisterschaften den 6. Platz. Patrick Knezevic wurde 9.
Sehr erfreulich das Ergebnis meines U17-Fahrers, Lukas Gelosky, der sich nach Keirin u. Punktefahren nun auch den Sprint-Titel vor
Marco Haller(RLM Grafenstein) und Jan Kochberger(ARBÖ Purgstall) sichern konnte.
Herzliche Gratulation dafür.
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11 - 12.10.2006:
Bahn-EM in Kopenhagen,DEN (Omnium u. Madison)
Seitdem es bei Europameisterschaften UCI-Weltranglistenpunkte zu ergattern gibt, ist eine deutliche Aufwertung dieses Großereignisses, hinsichtlich des Starterfeldes und deren Niveau, zu erkennen.
Das war nicht immer so, aber das EM-Niveau steht heut zu Tage nichts mehr der WM hinterher! Wo mom. das österr. Niveau liegt, konnte man an Hand unserer 4 Bahn-Repräsentanten, A.Graf, G.Tazreiter, G.Lauscha und R.Garber sehen.
Ich wusste, dass ich im Laufe meiner
zweijährigen Weltcup u. WM-Abstinenz etwas an Weltklasseniveau eingebüßt hatte. Dass ich aber so viel verlor, hatte ich selbst nicht für möglich gehalten. Wie viel genau, bekam ich speziell im Omniumbewerb(Mehrkampf) zu spüren. Pic rechts: Aufbauende Worte von unserem Mechaniker Rudi Huscava.
Abgesehen vom Rennpech im ersten Bewerb, dem 10 km langen Scratchrennen, wo ich mich über der Hälfte der Renndistanz in einer aussichtsreichen Spitzengruppe befand und kurz vor Ende wieder eingeholt wurde, hatte ich auch in den übrigen Disziplinen, aufgrund des hohen Tempos, große Schwierigkeiten überhaupt Akzente zu setzen!
Da ich mich nach 3 von 4
Bewerben(Scratch 13.Pl., Ausscheid. 15.Pl., Punktefahren 13.Pl.) nicht unter den Top-Achtplatzierten befand, blieb mir die letzte Disziplin, die 3000m Einzelverfolgung, verwehrt. Damit beendete ich die Omnium-EM auf den enttäuschenden 19. Gesamtrang!
Für den erstjährigen U23 Fahrer, Georg Lauscha, galt es in der Elitekategorie erstmal Erfahrungen zu sammeln, die er durch seine Unerfahrenheit, mit einer zu gering aufgelegten Übersetzung(51x15), auch prompt serviert bekam! Zieht man dieses Handicap aber in betracht, so fuhr der Rookie kein schlechtes Rennen, kam aber über Platz 23(von 23 Starter) nicht hinaus!
Omnium-Europameister wurde überlegen der Niederländer Jens Mouris(54 Pkt.), vor
Rafal Ratajczyk,POL(39 Pkt.) und dem Schweizer Multitalent Franco Marvulli(36 Pkt.).
Omnium-Ergebnisliste:
Am darauf folgenden Tag machten bei der
Madison-EM unsere U23-Fahrer Andreas Graf u. Georg Tazreiter den Anfang., die mit ihrem 4. Qualifikationsplatz souverän in die Endrunde fuhren.
Im Finale sah es aber dann etwas anders aus. So sehr sich die Jungs auch bemühten, man sah deutlich den Unterschied zur Weltspitze! Kaum Chancen auf Wertungspunkten, fuhren die Bahn-
Cracks, mit 0 Punkten,
den Besten hinter her. Platz 12, von 14 im Finale gestarteten Paare. Hier holte sich das Paar Schets/de Ketele(Bel) 17 Pkt., vor
Ignatiev/Trusov(Rus) 16
Pkt. und Kluge/Kalz(Ger) 16 Pkt. den Titel.
Für meinen Partner Georg Lauscha und mir, standen die Vorzeichen etwas anders. Wir konnten mit Sicherheit mit weniger Druck an den Start gehen, als unsere U23 Piloten, deren Erwartungen auf jeden Fall höher lagen als die unsrigen.
Auch hier sollte Georg in erster Linie Erfahrungen sammeln. Ich selbst traute uns keinen Finaleinzug zu, da wir schon alleine ablösetechnisch(fuhren noch nie ein Rennen miteinander!), nur schwer mit unseren perfekt eingespielten Konkurrenten mithalten konnten.
Doch wir schafften es. Gerade noch als Achte(mit 5 Punkten), qualifizierten wir uns für das 200 Runden(50 km) lange Finale, wo wir uns das Ziel gesetzt hatten, das Rennen aus zu fahren und keine Minusrunde auf das Feld zu kassieren.
16 Teams aus 10 Nationen waren im Finale vertreten. Weltklassefahrer, 6-Day Fahrer und
Weltmeister, wie z.B. Bruno Risi, Franco Marvulli, Peter Schep, M.Pronk, D.Stam, Lazar, Kankovsky, Klimov, ...ach, eigentlich jeder auf der Starterliste, wäre vom Papier her, für die Ergebnisliste, vor uns zu reihen gewesen!
Doch was ein junger ehrgeiziger "Einebeißer" im Stande ist zu leisten, sah ich mit Freude in der Endrunde.
In der ersten Wertungsabnahme fuhren wir nur äußerst knapp an Punkten vorbei, was ich sehr schade fand, da ich in weiterer Folge mit keiner Möglichkeit mehr rechnete, an Punkte zu gelangen.
Georg versuchte stets meine Hinweise zu befolgen, die er auch bravourös umsetzte. Halbwegs vorne fahren, Positionen halten, keine großartigen Führungsarbeiten tätigen, sofort Windschatten suchen, die Ablöserunden einhalten, ....und noch einiges mehr.
Highlight für mich im Rennen war aber, dass Georg, als wir bei Halbzeit mit einer abgerissenen Gruppe schon über einer halben Runde im Rückstand lagen, ich raus attackierte, um eventuell doch wieder den Anschluss
zum Feld herzustellen, wir alleine fahrend, über 10 - 12 Runden nicht einging, durchbeißte und mit mir wirklich wieder den Anschluss herstellte(unsere abgerissenen Mitstreiter kassierten 1 Minusrunde!)!!! Ein großes Chapeau dafür!
Klar machte er auch Fehler, aber dies ist nur am Mangel an Vertrauen und Routine zurück zu führen! Wie z.B., die Ablöse(die Handberührung) wieder auszulassen. Bin mir aber sicher, dass er dies, für die Zukunft, im wahrsten Sinne des Wortes, nun "in Griff" hat! ;-))
Den Rest des Rennens fuhren wir im Feld mit. Versuchten Positionen zu halten, um nicht wieder in die Gefahr zu kommen, abgekuppelt zu werden.
Zu meinem erstaunen gelang es uns sogar noch in einer Wertung zu punkten, was uns zwar im Endergebnis nicht weiter nach vorne brachte, aber mächtig motivierte! 12. Platz, von 16 gestarteten Teams! Für mich ein Madisonfahrer für die/und mit Zukunft!
Europameister wurde das Dreamteam Bruno Risi/Franco Marvulli(CH) 25 Pkt., vor Danny Stam/ Peter Schep(NED) 21 Pkt. und
Alois Kankovsky/Petr Lazar(CZE) 14 Pkt.
Freunde und "Familie" im Radsportzirkus - Gemeinsam mit dem Deutschen Team bei einer Jause und einem Bierchen.
Außer dem akzeptablen 12. Elite-Madisonplatz, war die Bahn-Europameisterschaft, aus österr. Sicht, eher enttäuschend verlaufen. Möchte hier keine Ausreden suchen, aber eine mögliche Ursache an diesem eklatanten Niveauunterschied sehe ich in der Vorbereitung. Zu wenig Teilnahmen an Mehrtagesrennen od. Rundfahrten für unsere Bahn-Nationalteamfahrer! Und mögen Sie noch so unbedeutend sein od. in unseren östlichen Nachbarsländern stattfinden.
Für uns Bahnfahrer noch immer gut genug, um längere Zeit hinhalten zu müssen!!! Zu gerne erinnert man sich an die alten Zeiten, wo der Bahnkader mehr als 13 gestandene Fahrer in ihren Reihen hatte und Erfolge feierten, die sich z.B. mit einer Ungarn- od. der Slowakei-Rdft. in Form brachten! Aber auch noch kleinere Rundfahrten wären noch idealere Vorbereitungen, als auf muss, alle Eintage-Bahnmeetings in Deutschland zu absolvieren!
Madison-Ergebnisliste:
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3. - 4.10.2006:
Österr. Bahn-Staatsmeisterschaften (Punktefahren, Scratch, Madison)
Seit gut einem Jahr ist ein rapider Anstieg von Rennleitern ausgesprochen Verwarnungen zu vermerken. Darüber gebe es aus meiner Sicht auch nichts zu diskutieren, würden die Oberhäupter des Schiedsgericht's in manch Rennsituationen etwas mehr Fingerspitzengefühl zeigen.
Wie z.B. in meinem Fall, dass sich beim Punkterennen ereignete.
Aus dem Feld raus attackierend, solo fahrend, mit etwa 15 km/h Unterschied auf einen überrundeten Fahrer zufahrend - Ich beobachtete seine Fahrlinie schon auf den letzten 40-50 Meter und sah, dass er ständig oberhalb der roten Linie fuhr, wo nach Reglement ein Links-Überholen erlaubt sei.
Rund 1 Meter bevor ich an ihm dran war, schwenkte der Pedalritter auf die schwarze Messlinie runter, sodass sich mir, um ein Sturz zu vermeiden, keine andere Möglichkeit mehr bot, als noch weiter nach unten, auf die Cote d´Azur, auszuweichen. Der Rennleiter sah dies allerdings als ein Innen-Durchfahren, wofür ich von ihm eine Verwarnung ausgesprochen bekam.
Diese Verwarnung hatte zwar nichts mit meinem späteren Ausscheiden zu tun, möchte jedoch betonen, dass diese Ahndung, meiner Meinung nach, nicht gerechtfertigt und eine eindeutige Fehlentscheidung des Rennleiters(schöne Grüße!) war!
Fachkundige Trainer, Obmänner und Zuseher, ließen geschlossen ihre Meinungen, zunächst mit Kopfschütteln, später auch mit Pfiffen, lautstark dem "Schiedsgericht" mitteilen! Auch ein planker Arsch wurde unter den Zusehern, in Richtung Renngericht haltend, gesichtet!!!
Da fragt man sich schon, ob die zahlreichen Fehlentscheidungen vielleicht nur aufgrund der Nervösität(ungewohnt hohe Zuschaueranzahl) des Rennleiters zurück zu führen waren, od. doch nur, um den Anwesenheitsbeweis zu erbringen!
Aber nun zum sportlichen.
Mir war schon im Vorfeld klar, dass ich als Solist im Punktebewerb, gegen eine eingeschworene Mannschaft, keine großen Chancen auf eine erneute Titelverteidigung haben würde.
Daher überlegte ich mir eine Taktik, die ich, sollte sie erfolgreich sein, bis zum Schluss durchziehen würde.
Leider ging diese aber nicht auf, sodass ich im Feld fahrend, binnen kürzester Zeit, von mehreren Fahrern 1 - 2 Mal überrundet wurde.
Da ich mit dem Ausgang des Rennens nichts mehr zu tun hatte, wollte ich nur noch den Wettkampf nutzen, um meine Beine für den morgigen Tag zu schonen, aber auch anzureizen u. vorzubereiten. Doch dazu kam es nicht mehr.
Nach etwa 60 Runden wurde mir vom Rennleiter die rote Fahne entgegen gestreckt, was eine sofortiges Beenden des Rennens bedeutete. Erstaunt und wissbegierig fuhr ich zum Oberhaupt des Schiedsgericht's und lies mir noch an Ort und Stelle meinen Ausschluss erklären.
1.) ...hatte ich schon eine Verwarnung kurz zuvor erhalten(wegen Innen-Durchfahrens), dass ich aufgrund meiner Konzentration, aber vor Allem wegen des Fahrtwindes und der schlechten Lautsprecherakustig nicht wahr genommen hatte.
2.) ...abgesehen von meiner 1. Verwarnung, wäre meine 2. "Aktion" ohnehin schon alleine ein Ausschlussgrund gewesen, für die ich bis zum heutigen Zeitpunkt nur bedingt Einsicht zeige.
Ich hatte als Überrundeter in einer Spitzengruppe Führungsarbeit geleistet!
Klar liegt in diesem Fall die Schuld bei mir, da ich das Reglement ja kannte, jedoch in dieser Situation nicht daran dachte.
Schon aufgrund meines Fahrstiles bei der Führungsarbeit(nicht schneller od. länger Führungsarbeit geleistet als alle übrigen Spitzengruppe-Fahrer auch) war unschwer zu erkennen, dass ich keine Ambitionen hatte, mit meiner Hilfe, auch nur irgend jemanden zu helfen, die Runde zu vollziehen.
Viele Leser fragen sich jetzt bestimmt, warum war ich
überhaupt hinter dem Feld lag?
Ganz einfach. Ich hatte diesmal als Solist keine Chance. Das Renngeschehen verlief einfach nicht für mich, sodass ich mich mit dieser Situation ab fand und nur noch als Statist herum fahren und meine Beine für den nächsten Tag vorbereiten wollte.
Mitfavorit auf den Titel, Andreas Graf(RadUnion NÖ), für mich eigentlich der heißeste Kanditat auf die Goldmedaille, meinte wohl, wenn er sich mit mir vom Feld abreißen lassen würde, dass einer seiner Kollegen leichter das Rennen machen würde. Das mag schon sein. Da mir das Rennen zu diesem Zeitpunkt allerdings schon, mehr od. weniger, egal war, spielte ich das Spiel einfach mit. Es kostete ja nichts an Kraft!
Doch anscheinend dürfte er die Rechnung ohne ApoSport
Fahrer Andrew Bradley gemacht haben. Ich persönlich finde es auch nicht für richtig, dass ein junger starker Fahrer, von Anfang an, sich für seine Kollegen und den Titel opfert!!! Aber das ist deren Taktik, in die ich mich keines Falls einmischen möchte.
Vom Rennen kann ich nicht viel erzählen, da ich nach meinem Ausschluss meine 7 Sachen packte und die Heimreise antrat.
Aus der ÖRV-HP vernahm ich später, dass A.Bradley an diesem Abend insgesamt 5 Plusrunden(109 Pkt.) fuhr und sich mit 1 Runde Vorsprung vor Georg Tazreiter(RadUnion NÖ), 100 Pkt., und Werner Riebenbauer(Volksbank) 99 Pkt., durchsetzte und damit seinen ersten Österr. Bahn-Staatsmeistertitel feiern durfte. Herzliche Gratulation dafür!
Sonnenhaus-Fahrer Patrick Knezevic fuhr ein für ihn recht gutes und auch recht aktives Rennen, kam aber über Platz 13 nicht hinaus.
Ergebnisliste:
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4.10.2006: Scratch; 15 km
Der Scratchbewerb ist ein, so wie ich ihn nenne, Jolly Jocker-Bewerb. Das heißt, dass in dieser Disziplin alles möglich ist. Jeder Fahrer, ob schnell od. langsam, stark od. schwach, hat mit etwas Rennglück die Chance zu gewinnen. Daher kann man im Scratchrennen nie vorhersagen, ob man den Sieg einfährt od. nicht.
An diesem Tag fühlte ich mich extrem stark. Mag sein, dass die Konkurrenz noch das gestrige Punkterennen in den Beinen spürten, doch das interessierte niemanden!
Aufgrund meiner körperlichen Verfassung, konnte ich es mir leisten auf jede Attacke meiner Gegner sofort und selbst zu reagieren und Sie somit das ganze Rennen über in Schach halten.
Gemeinsam mit 6 Mann gelang es mir 2x eine Runde zu fahren, wobei sich der Rest des Feldes im Zuge dieser Plusrunden auflöste und vom Rennleiter aus dem Rennen genommen wurde.
Meist fuhr ich an 1. Position und sah dabei mehr nach hinten als
nach vorne, um keine überraschenden Ausreißversuche meiner Gegner zu verpassen. Nur vereinzelt versuchten einige Fahrer dennoch ihr Glück in der Flucht, die aber spätestens nach einer halben Runde wieder von mir egalisiert wurden.
Ich denke, ohne jetzt arrogant wirken zu wollen, die Fahrer spürten, dass heute kein Kraut gegen mich gewachsen war. Je näher wir zum Ziel kamen, desto größer wurde der Kampf um mein Hinterrad.
Somit blieb mir also nichts anderes über, als die letzten 500m von vorne zu fahren.
Gut eingeteilt und immer schneller bis zur Ziellinie fahrend, konnte ich mich am Ende doch recht klar gegen Werner Riebenbauer(Volksbank) und Clemens Selzer(Festina) durchsetzen.
Die Plätze 4 u. 5 gingen an die beiden APOSport Fahrer Georg Lauscha u. Stefan Patzl.
Ergebnisliste:
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Madison; 50km
Der Madisonbewerb war für mich, was den Titel anbelangt, schon seit dem Frühjahr eine Bank. Mit meinem jungen Partner, Patrick Gelosky(Kat. Junioren), der seit seinem Madison-Staatsmeistertitel im vergangenem Jahr, um 1 Jahr gereift und stärker war und unter meiner Obhut auch eine ganze Menge dazu lernte, stellte sich für mich nie die Frage, ob uns jemand den Titel streitig machen könnte, od. nicht! Es macht einfach großen Spaß, einem jungen Fahrer etwas zu lehren und später mit ihm auch Erfolge zu haben.
Mit der heurigen Madison-Staatsmeisterschaft bewies sich eine alte Theorie auf´s Neue, dass eben nur ein Routinier, einen jungen Fahrer am schnellsten zur (Welt-)Spitze bringen kann. Befinden sich P.Gelosky(mit Garber) u. Clemens Selzer(mit Partner Wolfgang Kotzmann) im Madisonbereich schon auf der Überholspur???.....
.....denn unsere Österr. U23 Aushängeschilder und Repräsentanten, Andreas Graf u. Georg Tazreiter(RadUnion NÖ), machten im Madisonbewerb, wenn ich es mal diplomatisch ausdrücken möchte, nicht gerade eine gute Figur! Ob es die Nervosität war, der Vereinsdruck, od. es an der Form mangelte, kann ich nicht beurteilen. Fakt ist aber, dass mit Sicherheit nicht nur ich, sondern auch viele andere Personen sich etwas mehr von Ihnen erwartet hatten als das, was Sie zeigten!
10 Paare stellten sich heuer der Madison-Staatsmeisterschaft!
Die ersten 30 - 40 Runden verliefen recht ruhig, bis schließlich das Paar Kotzmann/Selzer eine Attacke riskierte und mit uns Sonnenhaus-Fahrer am Hinterrad die Flucht nach vorne antrat.
Da sich in diesem Moment eine kleine Lücke auf Graf /Tazreiter auf tat, war dies für uns die Gelegenheit unsere schärfsten Konkurrenten abzuhängen! Über mehr als 10 Runden kämpfte das U23-Duo, mit nur wenigen Meter Rückstand, um das Loch zu schließen. Aber
vergebens, der Zug war abgefahren! Kontinuierlich ging das Loch von Runde zu Runde weiter auf, sodass wir wenig später, gemeinsam mit unseren Fluchtgefährten, das gesamte Feld, od. das was noch von ihm über blieb, überrundeten und nur noch den Pulk kontrollieren mussten.
Vorne war ziemlich alles klar. Kotzmann/Selzer durften sich mit ihrem 2. abgesicherten Platz zufrieden gegeben haben, da Sie uns nie nachsetzten und sich bei den Wertungssprints auch nicht besonders wichtig machten.
Dafür lieferten sich aber Graf/Tazreiter und die Brüder Lauscha(Georg u. Robert) einen heißen Kampf um die Bronzemedaille. Kopf an Kopf lagen die beiden Paare vor der aller letzten Wertung, getrennt von nur 1 einzigen Punkt.
Bis heute kenn ich nicht den auslösenden Grund, doch in der vorletzten Runde, kam es zwischen den beiden emotionsgeladenen Paare zu schwerliegenden Handgreiflichkeiten, die von der Jury mit einer
sofortigen Disqualifikation geahndet wurde. Dadurch rückte das "Fünftplatzierte" Pärchen, Andrew Bradley/Stefan Patzl(beide APOSport) nach, die sich mit Sicherheit über die geschenkte Bronzene freuten.
Weitere Titeln für Sonnenhaus!
Ungemein stolz machen mich meinen Nachwuchsfahrer, die mit viel Übersicht und einer guten Form, in der Kategorie U17(Lukas Gelosky)
die Titeln im Punktefahren u. Keirin, als auch im Punktefahren der Junioren(Patrick Gelosky), holten. Weiters erreichte Patrick eine Bronzemedaille im Keirin. Herzlichen Glückwunsch!
Das Plus und Minus der Meisterschaft!
+ musikalische Unterhaltung vor Wettkampfbeginn,
+ große Anzahl an Nachwuchsfahrer
+ Andi Blümels erfolgreiche Nachwuchsfahrer
+ genügend Sitzmöglichkeiten für die Athleten im Innenraum,
+ die Anzahl der Zuseher(an beiden Tagen über 100),
+ Stefan Patzl-Fanklub,
+ die schnelle Durchführung der einzelnen Bewerbe,
+ dass die Nachwuchsfahrer mit ihrer Siegerehrung nicht bis zum Schluss warten mussten,
+ Nenngeldermäßigung: Zahlung nicht Abhängig von der Anzahl der Disziplinen, sondern durch die Anzahl der Wettkampftage!
- Keine elektronische Anzeigentafel,
- Mangel an Fingerspitzengefühl des Schiedsgericht's in diversen Rennsituationen und die dadurch verbundenen immer häufiger auftretenden nicht gerechtfertigten Verwarnungen(eine detaillierte Aussprache zwischen Rennleiter und Fahrersprecher wäre erwünschenswert u. notwendig!)
- Startaufstellung mit geraden u. ungeraden Nummern(nicht jeder Verein kann 5 - 6 Betreuer
zum halten stellen!)
Erwünschenswert für die Zukunft: Generelle Musikunterhaltung auch in den Pausen und an Trainingstagen!
Am kommenden Dienstag geht´s zur Bahn-Omnium u. Madison-EM(11. - 12.10.) nach Kopenhagen(DEN), wo von mir zwei Top10 Platzierungen angestrebt werden. Mein Partner im Madison ist der junge Georg Lauscha.
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